Schade eigentlich, dieses schöne Zoom-Objektiv von Tokina ist dem Fungus hinter der Frontlinse anheimgefallen. Andererseits ist es nun das perfekte erste Opfer für meinen Schraubenzieher – ich wollte schon immer mal wissen, aus wievielen Einzelteilen so ein Wunderwerk der Optik besteht.
Erster Ansatzpunkt ist natürlich das Bajonett, dort sind schon einige Schrauben zu sehen.
Der erste Griff geht in die Schublade – die blaue Box liegt da schon Ewigkeiten eigentlich nur im Weg. Mit den billigen Schraubenziehern vom Flohmarkt habe ich schon einige so einige festsitzende Schrauben beschädigt – das gibt unschöne Bilder. Wenn wir schon was kaputt machen, dann wenigstens mit Stil.
Die grünen sind zwar deutlich teurer, dafür liegen sie aber auch besser in der Hand und halten vermutlich um einiges länger.
Nun geht es der hinteren Linse an den Kragen, die scheint mitsamt ihrer Fassung eingeschraubt zu sein. Mein erster Gedanke: die Rohrzange – aber das hinterlässt bestimmt Spuren. Also muss doch ein adäquates Spezialwerkzeug her. Die kleine Kugel am äusseren Ring sorgt übrigens dafür, dass der Blendenring einrastet – und geht gerne verloren, weil sie nur lose in einer Vertiefung liegt.
Mit dem Spezialwerkzeug (das Teil hat bestimmt auch einen Namen, für sachdienliche Hinweise dazu bin ich dankbar) ist das Entfernen der hinteren Linse dann kein Problem mehr. Augenscheinlich besteht diese Baugruppe aus mindestens zwei Linsen. Die sind aber wohl eingepresst oder eingeklebt – jedenfalls habe ich noch keinen Weg gefunden, diese Baugruppe reversibel zu zerlegen. Also belassen wir es zunächst dabei.
Der nun freigelegte Metallring hält den Tubus mit dem Entfernnungsdiagramm mit zwei Schrauben, also weg damit. Der Tubus lässt sich dann nach vorne ziehen, darunter kommt ein weiterer Tubus aus Metall zum Vorschein. Bevor der an die Reihe kommt, muss auf der Rückseite erstmal der Kupplungsring für die Blende ab. Der ist mit einer Art grossem Sprengring gesichert. Dieser lässt sich durch Zusammendrücken leicht entnehmen, der Kupplungsring geht dann ganz leicht raus.
Nach dem Entfernen der hinteren Linse kommt man besser an die Kleinteile heran. Zuerst müssen die beiden Federn entnommen werden – dazu eignet sich am besten eine spitze Pinzette. Darunter befindet sich noch ein Sprengring aus sehr dünnem Blech. Mit zwei kleinen flachen Schraubenziehern lässt er sich leicht entfernen, auch wenn er sich dabei etwas verbiegt.
Auf dem schwarzen Tubus sitzt ein mit vier Schrauben befestigter Ring. Nachdem die Schrauben entfernt sind, lässt sich der schwarze Ring einfach abziehen. Darunter befindet sich ein aufgeschraubter Ring aus Aluminium. An den seitlichen Kerben lässt er sich prima mit dem Spezialwerkzeug greifen und dann abdrehen. Nachdem dieser Ring herunter ist, kann endlich auch der Tubus mit dem Entfernungsdiagramm abgezogen werden.
Auf der Rückseite sind nun zunächst keine weiteren Schrauben oder Ringe zu sehen – wie also weiter? Beim genauen Hinschauen ist an dem herausfahrbaren Tubus vorne kurz hinter der Frontlinse ein kleiner, eingelassener schwarzer Punkt zu sehen. Das sieht nach Schraubensicherungslack aus und nach vorsichtigem Abschaben mit einem sehr feinen Schraubenzieher kommt darunter tatsächlich eine Schraube zum Vorschein. Diese sichert die Frontlinse, die sich nach Entfernen der Schraube leicht von Hand abdrehen lässt. Darunter finden sich wieder einige Schrauben. Sobald diese gelöst sind, ist endlich das äussere Gehäuse des Objektivs abnehmbar.
Nachdem die Frontlinse nun abgenommen ist kommt der Linsenpilz auf der Rückseite in voller Pracht zum Vorschein. Ist eigentlich gar nicht so schlimm und lässt sich mit etwas Alkohol auch leicht entfernen. Hartnäckigerem Fungus kann man übrigens gut mit Kältegel den Garaus machen, die darin enthaltenen ätherischen Öle lösen den Fungus nach einer Weile des Einwirkens recht zuverlässig auf. Meist ist die betroffene Linse bzw. ihre Vergütung bei starkem Befall allerdings bereits dauerhaft geschädigt.
Nehmen wir uns nun zunächst den inneren Tubus vor. Die Schrauben aus den Führungsschlitzen sind schnell entfernt, dann lassen sich die Teile leicht auseinander ziehen. Im inneren Tubus ist eine weitere Linse beweglich mit Schrauben in Führungsschlitzen angebracht. Dahinter sitzt der mit drei weiteren Schrauben gesicherte Blendenmechanismus. Nachdem dieser entfernt wurden, kommt darunter die letzte Linsenbaugruppe zum Vorschein. Diese ist einfach eingeschraubt und damit auch leicht ausgebaut.
Jetzt bleibt nur noch der äussere Ring. Darin sitzen weitere bewegliche Teile, allerdings kommt deren Befestigungsschraube erst zum Vorschein, wenn man beherzt die Gummierung aussen wegklappt. Der erste der inneren Ringe kann nun herausgedreht werden. Der rückwärtige Plastikring mit der Entfernungsskala ist mit Klebeband gesichert (!).
Jetzt kann endlich das letzte Teil entfernt werden, es ist nur noch mit einer Schraube befestigt.
Damit ist das Objektiv nun in seine Einzelteile zerlegt, Zeit für eine Bestandsaufnahme:
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3 Gedanken zu „Tokina SD 70-210mm 1:4-5.6“
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